Afrikanischer Abend in Mennighüffen

Der Verein Limulunga e. V.  und der Gospelchor Mennighüffen gestalten gemeinsam einen eindrucksvollen Abend!

Einen ganz besonderen Abend gab es kürzlich in unserer Mennighüffer Kirche zu erleben: Eingeladen hatten der Gospelchor unserer Gemeinde zusammen mit dem Verein Limulunga zu einem afrikanischen Abend.

Der nun stattgefundene afrikanische Abend war in seiner Kombination aus eindrücklichen Schilderungen einerseits und den musikalischen Darbietungen des Gospelchores als Antwort (!) darauf besonders gelungen! Die mit viel Liebe zum Detail gestaltete Kirche schaffte dabei eine besondere Atmosphäre mit warmen Farben im Altarraum und vielen Bildern, die von Kindern aus dem Dorf gemalt wurden.

Kurz bevor das „Konzert“ begann, gab Luitgard Pfundstein eine Einführung in die Geschichte und (politische) Lage Afrikas im Allgemeinen und Sambias im Speziellen. Im Anschluss daran ertönten afrikanische Trommeln. Wenn man die Augen dabei geschlossen hatte, konnte man sich gut in diese ganz andere Welt denken.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass schon das Vorprogramm und die einführenden Worte eine sehr sinnvolle, hilfreiche und wichtige Einstimmung in den Abend darstellten. Es tat gut, in der Kirche erst einmal zur Ruhe kommen zu können, alle anderen Gedanken des Tages ablegen zu können, um sich in diese, uns völlig ferne und fremde Welt einlassen zu können, um die es an diesem Abend gehen sollte. Da half es sehr, sich eine halbe Stunde lang die Bilder an der Leinwand anschauen zu können oder einfach die Farben im Altarraum auf sich wirken zu lassen.

Um 19:30 Uhr war es dann so weit: Der Gospelchor betrat  die Kirche und sang seine ersten beiden Lieder. Natürlich wurden alle Lieder auf Afrikanisch gesungen. Erfreulicherweise konnte der Zuhörer dennoch folgen, weil auf der Leinwand die entsprechende deutsche Übersetzung zu lesen war.

„Auf dem Weg zum Ziel singen wir mit Freude und beten mit Jesus“ und „Danke Jesus, du bist so gut und groß“ heißt es da in den ersten Beiträgen. Von Beginn an schaffte es der Gospelchor, sein Publikum mitzureißen und erntete nach jedem Beitrag Applaus.

Und dennoch mochte es dem einen oder anderen erst ein wenig befremdlich gewesen sein, mit ganzer Seele in das Lob mit einzustimmen angesichts der Eindrücke, die Marlies Folle, Vorstandsmitglied im Verein Limlunga, über ihre Schilderungen und Bilder vermittelte.

Gemeinsam mit ihrer Familie war sie im Jahr 2010 selber vor Ort. Dies war für sie eine sehr nachhaltige Erfahrung, die ihr Leben verändert hat und die ihre Sicht auf viele Dinge unseres Lebens relativiert und verändert hat.

Durch die sehr einfühlsamen Berichte konnte der Besucher an den Erfahrungen einen großen Anteil haben. Schön ist es zu sehen, wie es Marlies Folle in ihren Berichten immer wieder schafft, dass die Zuhörer nicht in Mitleid erstarren, sondern zum Handeln und Helfen bewegt werden. Die Not in Afrika ist kein Thema, bei dem man sich beschämt wegducken sollte, weil man zwar selber weiß, dass man helfen sollte, aber vermeintlich nicht helfen kann. „Es gibt Menschen, die kommen zu mir und sagen, dass die Hilfe, die man selber leisten könne, nur ein Tropfen auf den heißen Stein sei“, so Folle. Aber das ist das falsche Bild: „Es geht um den Menschen und wir haben das Ziel, immer mehr Kinder in das Projekt zu holen. Über jedes Kind, dem wir helfen können, freuen wir uns“.

Wie schon erwähnt, war es erfreulich, dass die Stimmung und Atmosphäre in der Kirche trotz des auch ernsten Themas nicht verkrampft war. Nein, es gab sogar viele Momente, wo ein Lächeln oder ein Schmunzeln zu vernehmen war.

Und doch sind da diese Bilder: Nicht alle sind auf den ersten Blick erfreulich. Als Betrachter unseres Wohlstandes fallen einem doch zuerst immer wieder die unvergleichbaren Lebensbedingungen auf. Das macht traurig. Aber plötzlich sieht man da einen Film auf der Leinwand von den Mädchen aus dem Dorf, wie sie Bilder malen und dabei unendlich unbekümmert und fröhlich sind und ein Lied singen. Ein Lied über das Projekt Liyoyelo, in dem sie beschreiben, wie sie sich darüber freuen, dass ihnen geholfen wird und dass es ihnen gut geht.

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