Erwirtschaften von Einkommen

Liyoyelo möchte und sollte nicht auf Dauer völlig abhängig sein von der Finanzierung von außen, also vom Verein.
Aus diesem Grunde wurde schon bald nach Beginn des Projekts versucht, aus eigener Kraft zusätzliche Mittel zu erwirtschaften, gleichzeitig laufende Kosten zu reduzieren, z. B. durch den Anbau von Gemüse.

Gemüseanbau findet nach wie vor statt, allerdings in sehr bescheidenem Rahmen, denn es ist nicht genügend Platz vorhanden. Die Anmietung einer größeren Fläche hat sich nicht bewährt, die Wege zum Feld waren zu weit, außerdem haben die Mädchen nicht die notwendige Zeit zur Gartenarbeit, da sie ja zur Schule gehen.

Ähnliches gilt für Schweine- und Hühnerhaltung, beides ist versucht worden und gescheitert. Die Kosten standen in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Erträgen. Sogar Reisanbau wurde versucht, mit gepachtetem Feld und bezahlter Arbeit. In Rundbriefen berichteten wir davon.

Schließlich wurde ein Nachbargrundstück gemietet mit einem Laden, den das Projekt versucht hat zu betreiben, wieder mit Lohnzahlung für einen Verkäufer. Auch dieser Versuch musste aufgegeben werden, nicht einmal die anfallenden Kosten konnten vom Laden getragen werden.

Was ist der Grund für all diese Fehlschläge? Das Projekt verfügt nicht über die notwendigen Kapazitäten, um betriebswirtschaftlich erfolgreich arbeiten zu können. Wir haben es mit Kindern im Schulalter zu tun sowie mit alten Frauen, die auf Fürsorge angewiesen sind. Und alle, die für das Projekt Verantwortung tragen (wie z. B. der Stiftungsrat), bringen Zeit und Energie ehrenamtlich ein. Das reicht nicht aus, um ein Geschäft zu führen.

Mit der Errichtung des Gemeinschaftshauses ergeben sich nun neue Möglichkeiten, wie der Betrieb eines Internetcafés oder die Vermietung der Räumlichkeiten für Veranstaltungen.

Eine weitere Perspektive könnte die Produktion einfacher Energiesparöfen werden. Dazu möchte das Projekt ein Training nach Limulunga holen, bei dem einige der älteren Mädchen ausgebildet werden sollen. Diese Öfen sind sehr einfache Kochstellen, die mit Holzkohle befeuert werden. Die Energiesparversion verbraucht nur etwa 30 % im Vergleich zu den überall eingesetzten Öfen und würde nicht nur die Haushalte entlasten, sondern auch einen beachtlichen Beitrag zur Schonung der Wälder leisten, deren Abholzung überall in Sambia bedrohliche Ausmaße angenommen hat.

Kommentare sind geschlossen.